|
Lebe unernst
oder
Die Kunst, ein Österreicher zu sein
Christian Ingomar erzählt und liest
von den Verschrobenheiten österreichischer Charaktere und ermöglicht Ihnen Einblicke in die geheimnisvollen, verborgenen Schlupfwinkel der Seele dieses gerne unterschätzten Menschenschlages.
Ein heiter-ironischer Ausflug in unbekanntes Gebiet mit Texten von Peter Altenberg, Anton Kuh, Alfred Polgar, Egon Friedell und Anderen, oft geprägt von bitterböser Ironie und verzweifeltem Zynismus, dem sogenannten österreichischen Humor.
“Die Erfahrung lehrt, daß es beim Dichten, wie beim Pistolenschießen, immer ein wenig die Hand verreißt. Meist nach unten. Man muß höher zielen, als man treffen will.“
Dieser treffliche Ausspruch Alfred Polgars dient Christian Ingomar als Leitfaden in seinem unterhaltsamen Programm, das er in einer Mischung aus Lesung und einer Art augenzwinkernder Vortragsreihe über den “homo austriacus“ präsentiert.
Sie lernen merkwürdige Typen und Gestalten kennen, erfahren etwas über deren Lebensweise und Denkungsart (wenn das auch nicht unbedingt einfach zu begreifen ist) und erhalten einen Einblick in die vielleicht wichtigste Beschäftigung vieler Österreicher: dem aufeinander Herumhacken.
Als “gelernter“ Wiener weiß Ingomar genau wovon er spricht und erweist sich als authentischer Interpret und Erzähler der oft schwarzhumorigen Geschichten über seine Landsleute, dieser ihm spürbar am Herzen liegenden “Randgruppe“.
_________________________________________________________________
Mein Arsch brennt mich wie Feüer
unerhörte Töne des Edlen von Sauschwanz
alias Wolfgang Amadeus Mozart
Einer setzt sich hin, schreibt seiner Base einen Brief. Einer? Kein anderer als er, das Wunderkind, Mozart. Der “Freund des Zahlhansens“ oder “Franz von Nasenblut“, wie er auch zeichnet. Einen Brief? Neune an der Zahl! An das “Bäsle-Häsle“, das “Violoncellchen“. Sie süße 17, er 21 Lenze jung. Viel älter und sehr prüde: seine Biographen und Herausgeber. Mozarts Spaß an Derbem, Deftigem - für sie tabu. Alle anstößigen Stellen - noch 1914 in der ersten kritischen Gesamtausgabe - eliminiert!
Alles, was in Mozarts Zeilen steckt - bei uns unzensiert! Pralle Lebenslust, drastischer Witz, anarchistische Sprachflut, erotische Phantasien. Ihr literarisch-musikalisches Programm, gewürzt mit eingeflochtenen Informationen und Anekdoten zum Mythos und zur aberwitzigen kommerziellen Ausbeutung des Genies bringen spielend und spielerisch zu Gehör: Christian Ingomar, gebürtiger Salzburger, gelernter Wiener, Schauspieler, Autor und Regisseur, Jonglagen mit musikalischen Formen betreibt sein Partner, der Musiker Ulrich Kisters. Und nicht immer sprechen Christian Ingomar und Ulrich Kisters’ Instrumente die Sprache, die man gemeinhin erwartet.
Ein unerhört musikalisches Lese-Programm mit gänzlich unerwarteten Tönen des Wunderkindes
“Christian Ingomar hat einen Weg gefunden, diese in Orthographie und Syntax schwierigen Briefe - von ihren anstößigen Inhalten ganz zu schweigen - dem Ohr nahe zu bringen. Denn er versucht, den emotionalen Gestus zu treffen, ohne den seelischen Zustand oder die psychische Kontinuität vermitteln zu wollen. Dieses Ziel erreichte Ingomar eindrucksvoll” Frankfurter Allgemeine Zeitung
“Für die Lesung gilt Mozarts drastische Schlußformel: Ein Arsch voller Empfehlungen.” TAZ Köln
“Christian Ingomar schlüpfte in die Haut dieses Narren. Der gebürtige Österreicher machte aus der Lesung eine kleine Inszenierung und brachte so den Menschen Mozart mit all seinen Alltagssorgen und Sehnsüchten, vor allem aber mit seinem Witz und Spott nahe.” NRZ
_________________________________________________________________
“Als erstes mußt Du mich küssen !“
Igor Strawinsky - ein Russe auf dem Weg nach Hollywood
Er war „einer der größten Musiker, die je gelebt haben“ (Eric Satie), trotzdem war er nie unumstritten.
Eine kabarettistische Lesung
Uraufführung im März 2005 in der Kölner Philharmonie anlässlich
eines Gastspieles der Los Angeles Philharmonic
unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen
Die Schauspieler Christian Ingomar und Frank Meyer zeichnen ein ungewöhnliches Portrait des Komponisten, Pianisten, Dirigenten und Kosmopoliten, der keine Zeit hatte, sich zu beeilen, ein großzügiger Geizhals war, das Klavier für ein Schlaginstrument hielt, Rehrücken liebte, ganz nebenbei das Strawigor erfand, mit einem Dirigenten Ringkämpfe austrug, mit Picasso Rotwein trank, gerne Scrabble spielte, sich von Arthur Rubinstein in Liebesdingen beraten ließ, die gigantische Summe von 100 000 Dollar ausschlug, für die er rein gar nichts hätte tun müssen, mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt ist und dessen Sohn Swjatoslaw meinte: „Ich mag Wagner lieber, der macht mehr Lärm.“
_________________________________________________________________
“Speak Low When You Speak Love”
Aus dem Briefwechsel von Lotte Lenya und Kurt Weill
Lesung mit Christina Vayhinger und Christian Ingomar
Der Briefwechsel des Künstlerpaares Lotte Lenya und Kurt Weill ist ein wunderbarer Spiegel seiner Zeit. Die “Goldenen 20er’ in Berlin, das Emigrantenleben in Paris und die späteren Jahre in Amerika, Kultur und Weltpolitik – all dies behandeln die beiden in einer Art Privatsprache, mal albern, mal ernst, vertraut und unverblümt, wobei sie dabei wohl kaum an die Nachwelt dachten. Zum Glück!
Die Briefe sind voll von künstlerischen Neuigkeiten, Ansichten und Erwartungen, von Reaktionen auf Weltereignisse, von Berichten über werdende Werke und von Reflexionen über schöpferische Prozesse und das Emigrantenlos.
Sie gewähren Einblick in die deutsche Musik- und Theaterszene, das amerikanische Musiktheater der späten 30er und 40er Jahre und die Filmindustrie Hollywoods. Das Namensregister liest sich wie ein Who is Who jener Zeit.
Nur selten redeten sich Lenya und Weill mit ihrem Namen an sondern benutzten eher liebevolle Spitznamen, manchmal etwas gönnerhaft, oft verwirrend, aber fast immer mit hintergründigem Humor.
“Die Briefe von Weill und Lenya lassen einen wünschen, hinauszustürmen und sich alle möglichen, noch ungehörten Stücke von Weill anzuhören und dann die Straße hinunterzuschlendern, während man die besten Stücke laut und falsch vor sich hinsingt“.
New Statesman
_________________________________________________________
|